Forschung von Harvia und der Universität Jyväskylä zeigt: Der traditionelle finnische Löyly (Saunadampf) ist ein zentraler Faktor für die physiologischen Effekte des Saunierens und sorgt für ein wirksameres und angenehmeres Saunaerlebnis als trockene Hitze allein.
Unabhängige Effekte von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die Thermoregulation während finnischer Saunagänge
Eine wegweisende Studie aus Finnland, dem Ursprungsland der Sauna, könnte das weltweite Verständnis eines optimalen Saunaerlebnisses grundlegend verändern. Forschende von Harvia, dem weltweit führenden Unternehmen im Saunamarkt, haben gemeinsam mit der Universität Jyväskylä und dem Finnischen Institut für Leistungssport (KIHU) erstmals wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Luftfeuchtigkeit - unabhängig von der Temperatur - ein ebenso wichtiger Faktor für die gesundheitlichen und physiologischen Wirkungen des Saunierens ist. Die Ergebnisse wurden in der begutachteten Fachzeitschrift Temperature veröffentlicht.

Der Löyly beeinflusst die Luftfeuchtigkeit und die wahrgenommene Intensität des Saunagangs
Die Studie stellt die in vielen Ländern verbreitete Auffassung einer möglichst heißen und trockenen Sauna infrage und liefert eine wissenschaftliche Erklärung für die traditionelle finnische Praxis, Wasser auf die heißen Saunasteine zu gießen - den sogenannten Löyly.
Die bislang umfassendste Untersuchung ihrer Art, bei der gleichzeitig das Saunaklima und die Reaktionen des menschlichen Körpers gemessen wurden, zeigt: Sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit erhöhen unabhängig voneinander die Herzfrequenz und die Körperkerntemperatur. Die durchschnittliche Herzfrequenz stieg um 41,6 Schläge pro Minute - eine kardiovaskuläre Belastung, die mit moderater körperlicher Aktivität vergleichbar ist.

Mit Sensoren ausgestattete Teilnehmende zur Messung ihrer physiologischen Reaktionen
,,Über Jahrzehnte hat sich die Saunaforschung fast ausschließlich auf die Temperatur konzentriert. Unsere Studie verändert diese Sichtweise", sagt Timo Harvia, Chief Technology Officer von Harvia. ,,Wir haben nun den wissenschaftlichen Beweis für das, was Finninnen und Finnen seit Jahrhunderten intuitiv wissen: Der Dampf des Löyly dient nicht nur dem Komfort, sondern ist ein entscheidendes Mittel, um die gesundheitliche Wirkung des Saunierens zu steuern. Unsere Ergebnisse erklären, warum sich das Aufgießen von Wasser auf die Steine so angenehm anfühlt - es verstärkt aktiv die Reaktion des Körpers. Wir freuen uns, dieses Wissen mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu teilen und so das Verständnis der gesundheitlichen Effekte des Saunierens weiter voranzubringen."
Neue Erkenntnisse für Saunafans weltweit
Die Ergebnisse haben weitreichende Bedeutung für Saunakulturen auf der ganzen Welt. In einer Wellness-Welt, in der Biohacking und messbare gesundheitliche Effekte zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist insbesondere der Nachweis relevant, dass Luftfeuchtigkeit die Körperkerntemperatur unabhängig von der Temperatur erhöht. Die Studie zeigt, dass eine traditionelle finnische Sauna mit Löyly besonders effektiv dazu beiträgt, diesen wichtigen gesundheitlichen Effekt zu erzielen.
Gerade in Märkten wie Deutschland, in denen Kombi-Saunaöfen mit Dampffunktion und traditionelle Aufgusszeremonien beliebt sind, liefern die Ergebnisse neue Erkenntnisse. Sie zeigen, dass die individuell steuerbare Luftfeuchtigkeit durch den klassischen finnischen Löyly eine besonders wirkungsvolle Möglichkeit bietet, Intensität und physiologische Wirkung des Saunagangs flexibel anzupassen und unter Umständen sogar effektiver ist als automatisierte Dampffunktionen.

Fünfzig Erwachsene nahmen an vier zehnminütigen Saunagängen teil
Die Wissenschaft hinter dem Dampf und zahlreiche gesundheitliche Vorteile
Die Studie zeigte, dass die relative Luftfeuchtigkeit in der Sauna bei der Gruppe, die keinen Löyly erzeugte, lediglich 6 % betrug. Bei den Teilnehmenden, die am häufigsten Wasser auf die Steine gossen, wurde dagegen eine relative Luftfeuchtigkeit von 59 % gemessen.
Der Unterschied von 53 Prozentpunkten führte zu einem Anstieg der Körperkerntemperatur um nahezu 0,5 °C. Um viele der positiven gesundheitlichen Wirkungen des Saunierens zu erreichen, muss die Körperkerntemperatur in der Regel um etwa 0,5 bis 2 °C steigen. Löyly spielt dabei eine entscheidende Rolle und zählt zu den prägenden Merkmalen eines authentischen finnischen Saunaerlebnisses.

Die Forschenden erfassten gleichzeitig Körpertemperatur, Hauttemperatur und Herzfrequenz
Die Ergebnisse ergänzen die umfangreiche wissenschaftliche Evidenz zu den gesundheitlichen Vorteilen regelmäßigen Saunierens. Mehr als 500 wissenschaftliche Studien belegen unter anderem folgende positive Effekte:
- Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit, indem der Blutdruck gesenkt und die Durchblutung gefördert wird.
- Verringerung des Risikos von Demenzerkrankungen. Studien zeigen, dass bei regelmäßigen Saunagängern das Demenzrisiko um mehr als 60 % reduziert sein kann.
- Unterstützung der Muskelregeneration und Schmerzlinderung, indem die Muskulatur entspannt und Entzündungsprozesse reduziert werden.
- Stärkung des Immunsystems und Förderung der Atemwegsgesundheit.
- Verbesserung des psychischen Wohlbefindens durch Stressabbau und besseren Schlaf.
- Beitrag zu einer längeren Lebenserwartung, da regelmäßige Saunanutzung mit einer geringeren Gesamtsterblichkeit in Verbindung gebracht wird.
Über die Studie
An der Studie nahmen 50 gesunde Erwachsene teil, die jeweils vier zehnminütige Saunagänge absolvierten. Dabei kamen unterschiedliche Ofentypen zum Einsatz: Elektro-, Holz-, Gas- und Wasserstofföfen. Alle Saunen waren auf etwa 75 °C eingestellt. Nach den ersten zwei Minuten konnten die Teilnehmenden jedoch selbst entscheiden, wie oft und wie viel Löyly (Aufgusswasser auf die heißen Steine) sie verwenden wollten.
Während der gesamten Sitzungen erfassten die Forschenden präzise die Temperatur- und Feuchtigkeitswerte in der Saunakabine an mehreren Messpunkten. Gleichzeitig wurden die Körperkerntemperatur, die Hauttemperatur und die Herzfrequenz der Teilnehmenden überwacht. Diese Kombination aus Umwelt- und Körpermessungen stellt eine Premiere in der Saunaforschung dar und ermöglicht einen bislang einzigartig klaren Einblick in den Zusammenhang zwischen den Bedingungen in der Sauna und den physiologischen Reaktionen des Körpers.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Durch das Aufgießen von Wasser auf heiße Steine entsteht der für die finnische Sauna typische Löyly
Über Harvia
Harvia zählt gemessen am Umsatz zu den weltweit führenden Unternehmen der Saunaindustrie. Die Marken und Produkte des Unternehmens genießen hohe Bekanntheit im Markt. Mit seinem umfassenden Produktportfolio bedient Harvia die Bedürfnisse sowohl privater als auch professioneller Kunden auf dem internationalen Saunamarkt.
Im Jahr 2025 erzielte Harvia einen Umsatz von 198,9 Millionen Euro. Die Harvia-Gruppe beschäftigt mehr als 700 Mitarbeitende in Finnland, den USA, Deutschland, Rumänien, China und Hongkong, Österreich, Italien und Schweden. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Muurame, Finnland, direkt neben der größten Produktionsstätte für Saunen und Saunakomponenten des Unternehmens.
Mit seiner Mission ,,Healing with Heat" engagiert sich Harvia dafür, das wissenschaftliche Verständnis der gesundheitlichen Vorteile des Saunierens weiterzuentwickeln. Dies geschieht insbesondere durch die Forschungs- und Innovationsplattform Harvia Labs.

Harvia erforscht im Rahmen von Harvia Labs weiterhin die physiologischen Wirkungen des Saunierens
Über die Universität Jyväskylä (JYU)
Die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Jyväskylä ist die einzige finnische Ausbildungs- und Forschungseinheit mit Spezialisierung auf Sportwissenschaften. Sie ist eine international anerkannte wissenschaftliche Gemeinschaft, die sich der Förderung von körperlicher Aktivität, Gesundheit und Wohlbefinden widmet.
Über das Finnische Institut für Spitzensport (KIHU)
Das Finnische Institut für Spitzensport (KIHU) unterstützt den Leistungssport durch wissenschaftliche Begleitung sowie Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsarbeit. KIHU nutzt Forschungsdaten, neue Technologien und Innovationen, um bewährte Methoden für Training, Coaching und sportbezogene Entscheidungsprozesse zu entwickeln und kontinuierlich zu verbessern.
